Europäische Gremien
Das Bundesamt für Cybersicherheit beteiligt sich nicht nur an nationalen Strukturen, sondern ist auch in zahlreichen Gremien auf europäischer Ebene aktiv. Dabei vertritt es Österreich in Fragen der operativen und strategischen zivilen Cybersicherheit.
Zu den wichtigsten Gremien gehören die EU-Ratsarbeitsgruppe zu Fragen des Cyberraums (HWP CI), die NIS-Kooperationsgruppe (NIS CG), EU-CyCLONe, das CSIRTs-Netzwerk, die ENISA und das ECCC.
HWP CI
Die Horizontale Ratsarbeitsgruppe zu Fragen des Cyberraums (englisch: Horizontal Working Party on Cyber Issues – HWP CI) koordiniert auf EU-Ebene politische und legislative Maßnahmen im Bereich der Cybersicherheit.
Sie leistet wichtige Arbeit in der Ausarbeitung europäischer Rechtsakte wie der NIS-Richtlinien, dem Cyber Solidarity Act oder dem Cybersecurity Act. Außerdem fördert sie die Zusammenarbeit und Kooperation zwischen den Mitgliedstaaten. Sie unterstützt auch die Entwicklung gemeinsamer europäischer Strategien und die Festlegung politischer Prioritäten im Cyberbereich.
Die HWP CI tagt wöchentlich in Brüssel und wird engmaschig durch das Bundesamt für Cybersicherheit betreut.
NIS-Kooperationsgruppe
Die NIS-Kooperationsgruppe (englisch: NIS Cooperation Group – NIS CG) unterstützt die strategische Zusammenarbeit der EU-Mitgliedstaaten im Bereich Cybersicherheit und erleichtert den Informationsaustausch. Dadurch soll das gegenseitige Vertrauen zwischen den Mitgliedstaaten gestärkt werden.
Ihr Ziel ist, ein hohes gemeinsames Sicherheitsniveau für Netz- und Informationssysteme innerhalb der Union zu gewährleisten. Eine Hauptaufgabe ist, die erfolgreiche Umsetzung und Anwendung der NIS-2-Richtlinie sicherzustellen. Dazu werden unter anderem Leitfäden und Referenzdokumente entwickelt, Arbeiten auf EU-Ebene harmonisiert und abgestimmt durchgeführt, die Vernetzung der Mitgliedsstaaten sichergestellt sowie regelmäßig Berichte über Cybersicherheitsvorfälle und andere Themen aus dem NIS-Bereich erstellt und veröffentlicht.
EU-CyCLONe
EU-CyCLONe („European cyber crisis liaison organization Network“) ist das europäische Netzwerk für die operative Koordination des Managements von Cybersicherheitsvorfällen großen Ausmaßes und Cyberkrisen. Es wurde durch die NIS-2-Richtlinie offiziell etabliert. Seine Rolle wurde durch eine Ratsempfehlung („EU blueprint for cyber crisis management“) weiter gefestigt.
Ziel ist, die Zusammenarbeit und Koordination zwischen EU-Mitgliedstaaten sowie EU Institutionen und -Organen zu stärken. EU-CyCLONe fungiert dabei als operative Schnittstelle zwischen der technischen und der politischen Ebene.
Die Mitgliedstaaten tauschen dort außerdem Informationen über Sicherheitsvorfälle, Beinahe-Vorfälle und bewährte Verfahren im Krisenmanagement aus. Dadurch sollen grenzüberschreitende Cybervorfälle großen Ausmaßes frühzeitig erkannt und rasch darauf reagiert werden.
ENISA
ENISA ist die Agentur der Europäischen Union für Cybersicherheit . Sie unterstützt die Mitgliedstaaten bei der Umsetzung europäischer Cybersicherheitsmaßnahmen und fungiert als Kompetenzzentrum für Cybersicherheit in Europa.
Das Bundesamt für Cybersicherheit entsendet die Mitglieder des ENISA Management Boards.
CSIRTs-Netzwerk
Das europäische CSIRTs-Netzwerk verbindet die nationalen Computer-Notfallteams (CSIRTs) der Mitgliedstaaten sowie CERT-EU miteinander. Es ermöglicht einen schnellen Informationsaustausch über Sicherheitsvorfälle und Bedrohungen.
Österreich ist im CSIRTs-Netzwerk durch das im BCS angesiedelte GovCERT Austria vertreten.
ECCC
Das Europäische Kompetenzzentrum für Cybersicherheit (ECCC) fördert Forschung, Innovation und den Aufbau von Cybersecurity-Kapazitäten. Dafür unterstützt es entsprechende Projekte finanziell, insbesondere im Rahmen der EU-Programme „Horizont Europa“ und „Digitales Europa“. Darüber hinaus koordiniert und vernetzt das ECCC Mitgliedstaaten, Unternehmen und Forschungseinrichtungen.
Ziel ist, Europas technologische Souveränität und Widerstandsfähigkeit gegenüber Cyberangriffen zu erhöhen und die Abhängigkeit von außereuropäischen Technologien zu verringern.
Insgesamt dient das ECCC damit als zentrale europäische Anlauf- und Koordinationsstelle für die Förderung und Weiterentwicklung der Cybersicherheit.
Österreich ist über das NCC-AT im BCS mit dem ECCC vernetzt und im ECCC Governing Board vertreten.
Letzte Aktualisierung: 23. September 2026